00:00:10: Ich eskalier gleich von und mit Raphael Kirsch.
00:00:16: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des.
00:00:18: ich eskaliere gleich.
00:00:18: Podcasts, Leute!
00:00:21: Heute muss ich...ne, ich muss nicht aber ich möchte gerne.
00:00:24: Ich möchte gerne mit dieser Folge ein kleines bisschen emotionaler werden als ich das üblicherweise bin.
00:00:29: Das hat aber einen Grund Und der Grund ist?
00:00:33: Ich mache jetzt hier in knapp hundertzwanzig Folgen.
00:00:37: Also erst mal, ich habe nie gedacht dass ich hundertzwanzig Folgen zusammenkriege.
00:00:39: Aber ich versuche in hundert zwanzig folgen in der Vergangenheit und vielleicht in den nächsten viertausend Folgen Dein Leben als Pädagogin, als Pädagoge in deinem Alltag irgendwie leichter zu machen.
00:00:51: Das heißt ich möchte mit dir gemeinsam Konflikte lösen die in deinm Alltag entstehen.
00:00:55: Ich möchte mir Dynamiken mit dir anschauen zum Beispiel die Folge letzte Woche wo es darum geht hey welche Regeln haben wir eigentlich funktionieren?
00:01:01: Die sind die gut sind die nicht gut?
00:01:03: müssen wir dem hinterfragen?
00:01:04: so all das.
00:01:05: dass heißt Es geht in diesem Podcast Eigentlich immer um den pädagogischen Alltag.
00:01:10: Indem wird dann konflikte Lösen oder vermeiden wollen.
00:01:14: So und Ich möchte mit dir heute einen kleinen Ausflug machen.
00:01:19: Ein Ausflugs in die Lebensrealität von vielen Kindern und Jugendlichen, die wir als Pädagoginnen und Pädagogen allzu herausfordernd wahrnehmen.
00:01:28: Kurz zur Einordnung!
00:01:28: Wie bin ich auf die heutige Folge gekommen?
00:01:31: Im Grunde war es... Ein kleines Gespräch mit meiner Frau.
00:01:34: Ich saß nämlich letzte Woche zusammen auf dem Sofa und sagte, ich habe jetzt hundertzwanzig Folgen Podcast aufgenommen.
00:01:40: Langsam gehen mir die Ideen aus sich.
00:01:41: Ich weiß nicht mehr was ich sagen soll.
00:01:44: Das ist so ein Gefühl das hab ich regelmäßig Und natürlich weiß ich es gibt noch so viel zu erzählen aber ab und zu habe ich mal wieder das ganze Gefühl.
00:01:51: Meine Frau sagte pass auf dann mach doch mal eine Off-Topic Folge.
00:01:55: Nimm die Menschen einfach mal in meinen Alltag.
00:01:58: Was passiert bei uns?
00:01:59: Was ist unser Familienleben?
00:02:02: Also ja, auf der einen Seite macht das bestimmten total schönen Einblick.
00:02:05: Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch so'n kleinen familiären Rahmen ein bisschen schützen.
00:02:10: Was mache ich draus?
00:02:11: Und dann sagte meine Frau, guck doch mal wie unser Schulalltag abläuft beziehungsweise wie unser Morgen so abläuft und ob unser Morgen nicht eigentlich ziemlich cool abläuft und wir es damit einfach auch schaffen unseren Kindern einen guten Start in den Schulalltag zu
00:02:28: ermöglichen.".
00:02:28: Und ich dachte Ja alles klar finde ich richtig gut.
00:02:30: Und im weiteren Drüber nachdenken, kam er dann einfach in den Sinn.
00:02:35: Ich glaube dass der Staat in den Morgen für viele Kinder und Jugendliche da draußen nicht so ist wie ich mir den oder wir uns den als Familie hier vorstellen.
00:02:45: Der ist nicht so wie wir uns als Pädagoginnen und Pädagogen das vorstellen.
00:02:49: Und diese Art und Weise wie viele Kinder da draußen den morgen erleben kann dazu führen, dass es in unserem Alltag mehr Konflikte gibt Und das wir einfach auch mit Kindern Herausforderungen erleben.
00:03:01: So, und jetzt hole ich euch mal ab... ...und ich mache genau das was meine Frau gesagt hat!
00:03:05: Ich nehme euch jetzt mal mit in einen Morgen von Raphael Kirsch an einem ganz normalen Dienstag wenn beide Kinder die jetzt gerade zu dem Zeitpunkt wo du das hörst sechs und zehn Jahre alt sind.
00:03:17: also in so einen morgen nehme ich dich jetzt einfach mal mit.
00:03:19: lehne dich zurück entspann dich.
00:03:20: Es ist ein ganz normaler Dienstag bei Familie Kirsch.
00:03:24: es ist fünf Uhr fünfzehn.
00:03:26: der Wecker klingelt Nämlich meiner.
00:03:29: Ich bin bei uns so der Morgenmensch, ich kann ziemlich gut aufstehen.
00:03:32: Ich stehe immer früh auf und ich mache das meistens mit der Idee dann bin ich fertig mit allem bevor ich die Kinder wecke.
00:03:40: Gelingt mir das gut morgens um fünf Uhr fünfzehn aufzustehen?
00:03:43: Nein!
00:03:43: Bin ich Hunde müde?
00:03:45: Ja, mach' ich es trotzdem Auf jeden Fall Weil ich über viele viele Jahre jetzt die Erfahrung machen durfte.
00:03:53: Für mich persönlich lohnt sich das.
00:03:56: Das heißt, um fünf Uhr fünfzehn klingelt mein Wecker.
00:03:58: Ich quäle mich wie jeder andere morgens aus dem Bett.
00:04:01: Geh ins Badezimmer, geh eine Runde duschen.
00:04:03: das muss morgen sein sonst bin ich nicht in der Welt!
00:04:05: Anziehen, zähne putzen und dann gehe ich aus der oberen Etage in die untere.
00:04:10: wir haben so ein kleines Häuschen.
00:04:12: und mach mir die Kaffeemaschine an.
00:04:14: nehme mir meinen Laptop und trinke in Ruhe morgens einen Kaffee Wenn's Sommer ist, vielleicht morgens schon draußen auf der Terrasse.
00:04:23: Jetzt eher Herbst-Winter natürlich irgendwie drin!
00:04:26: Also ich nehme mein Laptop setz mich dahin, trink ganz in Ruhe ein Kaffee, atme auch mal zehn Minuten durch.
00:04:31: Vielleicht auch ohne Laptopp aber wenn ich ihn dabei habe dann arbeite ich in der Regel einfach so zwei drei E-Mails für den Tag weg.
00:04:36: mach irgendwelche Vorbereitungen.
00:04:38: Wenn ich eine coole Podcastidee nachts im Traum hatte, dann schreibe die ganz kurz auf.
00:04:42: also irgendwie so ne klitzekleine Ruhmorgenroutine.
00:04:45: Ich schaffe ganz ganz viel bevor der Rest der Welt die Augen aufmacht Und in der Regel höre ich dann so Viertel vor sechs gegen sechs.
00:04:53: So meine Frau im Badezimmer, da macht die sich fertig und dann sind wir immer noch ganz weit davon entfernt dass unsere Kinder aufstehen müssen.
00:05:01: So kurz ein Schub bevor ich jetzt mit unserem Tag weiter mache.
00:05:05: wenn du jetzt gerade denkst Bräuer ist schön verstehe ich in der Theorie aber ich komme morgens einfach nicht raus.
00:05:10: Ich bin nicht so'n Morgenmensch und so weiter.
00:05:11: und soweiter Hier mal die Realität.
00:05:14: Unser Gehirn braucht im Schnitt sechsundsechzig Tage, um eine neue Gewohnheit als neue Struktur zu implementieren.
00:05:22: Ich war immer ein Langschläfer also als Kind als Jugendlicher.
00:05:25: elf zwölf Uhr am Wochenende pennen überhaupt kein Thema.
00:05:28: morgens rauskommen echt schwer.
00:05:31: und dann gab es irgendwann mal einen Ausflug in so einer Jungsgruppe mit meinem Freundeskreis.
00:05:35: da waren wir auf der Hausbootour Und für diese Hausboottour mussten wir morgens um vier Uhr am Bahnhof in Dortmund sein um um neun Uhr dreißig irgendwo in Berlin sein zu können.
00:05:46: So und wir sitzen da im Zug zu dritt, in diesem kleinen Abteil und gucken uns irgendwann an um neunein Uhr und stellen fest krass!
00:05:55: Wir sind durchs halbe Land gereist bevor der Rest der Welt die Augen aufmacht und irgendetwas Produktives tut.
00:06:02: überlegt dir mal was du mit dieser Zeit machen könntest wenn du einfach nur eine neue Gewohnheit implementierst.
00:06:09: Das war blöderweise auch zu dieser Zeit, wo solche Sachen im Internet trennt waren wie Hey!
00:06:13: Five E.M.
00:06:13: klab und ein bisschen hasseln und ein bißchen Gas geben
00:06:15: usw.,
00:06:17: weil ich war ja zu dem Zeitpunkt schon selbstständig Also ist das ja erstmal auf einem fruchbaren Boden gefallen.
00:06:22: diese Idee bei mir Auch wenn ich wusste Ich bin Langschläfer Und an Long Story Short.
00:06:26: Wir haben uns auf Dieser Zugfahrt darauf geeinigt dass wir nach unserer Hausboot-Tour jeden Morgen um fünf Uhr aufstehen Und einen Foto in die WhatsApp Gruppe schicken und wer das nicht macht muss die nächste Runde zahlen.
00:06:38: Das war total spannend zu sehen, dass erstens alle morgens verbindlich da waren weil es ja diesen Reiz gab da sein zu wollen und das mit jedem Morgen das Aufstehen leichter wurde.
00:06:50: Und mittlerweile habe ich... also wir haben das dann eine gewisse Zeit durchgezogen.
00:06:55: die anderen beiden haben irgendwann wieder aufgehört was vollkommen in Ordnung war, weil deren Lebensalltag und der Routine anders war als meine.
00:07:01: aber für mich hat sich das total richtig angefühlt.
00:07:04: Und dann wurde es irgendwann zur Gewohnheit, ich bin trotzdem noch müde.
00:07:06: Ich will trotzdem nicht aufstehen aber immer wenn ich es tue ist mein Tag am Ende produktiver.
00:07:12: Deswegen hier für dich mal die Idee Wenn du gerade denkst Ja das krieg' ich nicht hin doch krieg's dir hin Du brauchst ein Anreiz und sixty-six Tage das durchzuziehen.
00:07:22: Kurzer Hinweis dieser sechsundsechzig Tage, das gilt übrigens auch für Kinder und Jugendliche.
00:07:25: Wenn du mit denen arbeitest und du willst neue Gewohnheiten implementieren, du willst neu Routinen- und Strukturen implementieren dann musst du das sechsundsächzig Tage durchziehen.
00:07:34: also erwarte nicht dass nach Tag Sechzehntig alles top ist aber es braucht einfach eine gewisse Zeit um Routine und Struktur in kindergehirn und in deinem zu implementieren.
00:07:44: so jetzt einmal wieder zurück zu meinem Morgen also sechsundfünfzehn also eine Stunde nach aufstehen.
00:07:50: Ich hab die E-Mails weg, hab im Kaffee getrunken und jetzt ist meine Frau auch fertig.
00:07:55: Auch die hat sich schon einen Kaffe gemacht!
00:07:57: Und erst dann... wenn wir beide Erwachsenen einmal durchgeatmet haben, wenn wir im Leben angekommen sind, erst dann wecken wir die Kinder.
00:08:04: Und zwar so liebevoll klar und bestimmt aber so wertschätzen wie es irgendwie nur geht.
00:08:11: Wenn einer von uns beiden schlecht geschlafen hat Dann isst der Deal, der heute freundlich sein kann, weg die Kinder.
00:08:18: Denn das wichtigste für uns beide Am Tag ist es, dass die Kinder mit einem Erwachsenen aufwachen, der als erstes für sie ein Lächeln im Gesicht hat.
00:08:29: Dann!
00:08:29: Wir wecken unsere Kinder so, dass wir wissen, dass sie zehn Minuten im Wetter umdödeln dürfen.
00:08:35: Niemand!
00:08:36: Niemand steht sofort auf wenn er geweckt wird.
00:08:38: und warum sollten wir das von Kindern erwarten?
00:08:41: Also plan ich doch ein, da sich die einmal weghe.
00:08:44: dass ich noch mal ins Badezimmer gehe, das sich dann noch ein zweites Mal hingehe.
00:08:47: Das ist doch vollkommen in Ordnung.
00:08:49: wenn ich mir die Routine und Zeit dafür geschaffen habe, dann dürfen meine Kinder einfach entspannt wach werden!
00:08:55: Das heißt nicht, dass irgendwann der Moment kommt wo ich sage so... Und jetzt müssen wir leiden, es tut mir furchtbar leid aber der Tag kommt und gleichzeitig darf ich das ja mit ganz viel Entspannung machen.
00:09:06: Dann nehmen wir beide unsere Kinder mit auf Sofa und bevor jetzt irgendeiner erwartet, dass hier jemand was Frühstücken muss sitzen unser Kinder zehn Minuten in Schlafie, in einer Wolldecke eingemuckelt.
00:09:19: Im Sommer mit uns draußen auf der Terrasse im Winter morgens vorm Kamin den ich vielleicht schon angemacht habe und wir werden alle gemeinsam wach!
00:09:27: Wir quatschen... Wir fragen was bringt der Tag heute so?
00:09:31: Worauf hast du heute
00:09:32: Lust?!
00:09:33: Und wenn wir einfach nur da sitzen und noch zehn Minuten miteinander kuscheln?
00:09:37: Einfach Zeit!
00:09:39: Dann stehe ich auf gehen die Küche, macht den Kindern das Frühstück fertig.
00:09:42: Das ist jeden Morgen das gleiche Frühstuck!
00:09:44: Die dürfen sich in Wars ein bisschen was wünschen.
00:09:45: aber im Grunde ist es immer das Gleiche.
00:09:47: einfach Verlässlichkeit und Struktur.
00:09:49: Ich gönne meinen Kindern von Herzen alles andere.
00:09:52: Sie wollen's aber auch nicht.
00:09:53: Und dann ist es in Ordnung.
00:09:55: Und das Ganze dauert bis sieben Uhr fünf.
00:09:59: Bis sieben uhr fünf.
00:10:00: Erst dann stehen wir auf Gehen nach oben, machen uns alle fertig.
00:10:06: Dann hat meine Tochter immer noch.
00:10:07: Fünfundzwanzig Minuten Zeit bis ihr Bus kommt!
00:10:10: Der fährt Gott sei Dank irgendwie vierzehn Meter von unserer Haustür entfernt ab aber sie hat dann immer noch zwanzig Minuten Zeit.
00:10:16: Mein Kurzar hat immer noch vierzig Minuten Zeit... ...bis er auch zum Schulbus muss der dann irgendwie sieben Uhr fünfzig fährt.
00:10:24: So und dann verabschieden wir unsere Kinder mit einem freundlichen Gesicht ohne Druck, ohne Stress weil die Brotdosen schon fertig waren bevor unsere Kinder aufgestanden sind.
00:10:34: Und bevor jetzt hier jemand kommt und sagt ja der klingt ein bisschen nach Bullerbüh ist es auch?
00:10:39: Ist das auch?
00:10:40: Geht dabei was schief?
00:10:41: Ja klappt jeder morgen so?
00:10:43: Nein!
00:10:44: Ist es hilfreich dass wir uns das vornehmen?
00:10:46: Ja!
00:10:47: Ohne Frage.
00:10:48: denn immer wenn wir uns davor nehmen ganz bewusst als Struktur auch vorleben Unsere Kinder sind am Ende die, die davon profitieren.
00:10:56: Fällt mir das leicht morgens aufzustellen um fünf Uhr, fünfzehn?
00:10:58: Nein!
00:10:59: Weiß ich dass es meinen Kindern damit besser geht wenn ich keinen Stress und keine Hektik habe?
00:11:03: Ja!
00:11:04: Und jetzt machen wir mal den Übertrag.
00:11:06: Ich bin davon überzeugt und die Zahlen die ich dir gleich liefere geben mir recht Dass viele Kinder eben nicht so ein strukturierten Morgen haben der von Liebe und Sicherheit und Routinen geprägt ist.
00:11:20: Ich will damit gar nicht sagen, dass es in jeder Familie zu Verwahrlosung kommt.
00:11:24: Ich will jetzt gar nicht das große Bild zeichnen!
00:11:26: Ich glaube aber auch, dass selbst in den organisiertesten und strukturiertesten Familien es für diese Morgenroutine vielleicht etwas mehr Fokus geben dürfte.
00:11:35: Dass selbst in Akademikerfamilien morgens manchmal an denselben Stellen Stress entsteht wie uns alle über dieselben Stellen immer ärgern ist auf erwachsenen Seite keine Einsicht gibt das zu verändern für die Kinder, weil das ja auch mit dem Verlassen der eigenen Komfortzone zu tun hätte.
00:11:54: Wir alle wissen dass sowas wie Schuhe anziehen, Tourenbeutel suchen, Brotdose packen dann passen die Schuhen nicht.
00:12:01: wir haben eine Regenjacke angezogen aber sie sitzt nicht ach komm noch mal zurück.
00:12:03: wir haben das vergessen!
00:12:05: Wir wissen doch alle dass es diese Situation am Morgen gibt.
00:12:08: Und wenn sie bei dir jeden Tag so sind oder du Menschen kennst, die eigentlich ein gesittetes und geordnetes und liebevolles Leben mit ihren Kindern leben.
00:12:17: Die aber trotzdem diese Baustellen am Morgen haben?
00:12:19: Dann lohnt sich da der Hinweis hey das hat mit dir Erwachsenen zu tun!
00:12:24: Du musst jetzt arbeiten nicht den Stress an deinen Kindern auslassen.
00:12:28: Die können nichts dafür mit ihren sechs Jahren dass der Durnbeutel nicht gepackt ist.
00:12:32: Die müssen es nicht überblicken.
00:12:33: So anyway... Jetzt lass uns aber mal um die Kinder reden, mit denen es wirklich in unserem Alltag wirklich herausfordernd wird.
00:12:42: Denn ich glaube das sind die Kinder, die all das nicht haben was viele andere Kinder da draußen den es gut geht, nicht erleben.
00:12:51: und ich glaube auch... Und die Zahlen geben mir recht Das sind am Ende die Kinder Die wir als störend und herausfordernde empfinden Obwohl diese Kinder eigentlich nur Liebe und Sicherheit brauchen Auch im Wissen, dass der pädagogische Alltag das nicht zu hundert Prozent auffangen kann.
00:13:10: Das weiß ich den... Der Einschub ist mir wichtig an der Stelle.
00:13:13: Es soll also mit dieser Folge überhaupt keinen Druck entstehen Nur eine neue Perspektive.
00:13:18: So und jetzt zwitschen wir mal in die Lebensrealität von so einem Kind.
00:13:21: Und ich überspitze es jetzt natürlich ein kleines bisschen weil Ich gemerkt habe Die Erfahrung der letzten zwölf Jahre Selbstständigkeit Mit Pädagogen oder Pädagonen Manchmal sorgt über Spitzung eher für Verständnis.
00:13:31: Also Da ist ein kleines Kind, Mädchen oder Junge vollkommen egal.
00:13:35: Wir gehen mal von acht Jahre aus und du machst den Übertrag in deine Realität weil ich glaube dass genau dieses Kind in deiner Klasse sitzt.
00:13:42: Was passiert da morgens?
00:13:44: Dieses Kind hat sich selber den Wecker gestellt übers Handy Weil Mama noch schläft.
00:13:49: die hatte vielleicht Nachtschicht.
00:13:51: Im Kühlschrank ist Milch Aber kein Brot.
00:13:55: Das Kind sieht sich die Sachen von gestern an weil da keine sauberen sind Und weil niemand ihr gesagt hat was sie anziehen soll oder niemand etwas rausgelegt hat.
00:14:03: Sie sucht den Turnbeutel, weil sie weiß das heute Sport ist.
00:14:07: aber die Sportsachen sind nicht zu finden, hat halt keiner bereit gelegt.
00:14:11: Niemand fragt was heute ansteht.
00:14:14: um zehn vor acht steht das Kind vom Schultor hungrig mit schlechten Gewissen wegen des Turnbeutels und das erste was das kleine Kind hört ist von einer Lehrkraft wo ist denn dein Turnbeuttel?
00:14:26: Hast du wieder nicht dran gedacht oder?
00:14:29: Anderes Beispielen Jugendlicher, fünfzehn Jahre alt.
00:14:32: Kommt jeden Tag zu spät.
00:14:34: Jeden Tag!
00:14:35: Jeden verdammten Tag... Wenn du ihn darauf ansprichst, hey warum bist du wieder so spät?
00:14:38: Oh chill mal geht dich gar nix an.
00:14:41: und erst Menschen die ein bisschen genauer hingucken stellen fest da ist jemand der mit vierzehn Jahren viel zuviel Verantwortung für sein Leben trägt.
00:14:47: Papa muss morgens raus zur Arbeit, Mama es raus zur Arbeit.
00:14:50: Der schnell formulierte Auftrag von den Eltern an den Jugendlichen kümmert dich um deine kleinen Geschwister.
00:14:54: Die müssen auch noch raus.
00:14:55: Also wird er kleine Bruder zur Grundschule gebracht.
00:14:58: Aber wenn ich den kleinen Bruder zur Grundschule bringe, weiß ich, ich bin zu spät.
00:15:01: Na ja wer soll's halt auch sonst machen?
00:15:04: Falls du jetzt gerade denkst das sind unrealistische Szenarien auf gar keinen Fall!
00:15:08: Das ist Alltag in jeder Schulklasse.
00:15:11: Es lohnt sich also von uns Pädagoginnen und Pädagogen bevor wir ein Kind als unfreundlich, als konflikträchtig, als immer angreifslustig betiteln oder als unzuverlässig.
00:15:22: und der vergisst immer alles Einmal nur einmal dahinter gucken Bitte!
00:15:28: Weil ich glaube, dass wir dadurch einfach Konflikte in unserem Alltag vermeiden können.
00:15:33: Die meisten Konflikte die Kinder und Jugendliche in Schule mitbringen entstehen nicht in Schule, sie entstehen zu Hause.
00:15:40: Also Schule ist ein Treiber der Konflichte.
00:15:43: ja weil Hausaufgaben solche Blödsinn ja immer noch da draußen rumspugen.
00:15:46: aber am Ende des Tages gibt es auch Kinder und Jüngliche die all das mit in die Schule bringen was ihnen Zuhause fehlt.
00:15:52: Und Ich würde das ganz gerne zum Abschluss dieser Folge Mit Ein paar Zahlen untermauern.
00:15:56: In den letzten Jahren ging jedes vierte Kind ohne Frühstück zur Schule.
00:16:03: Jedes vierte Kinder.
00:16:05: Das ist eine Studie, die in Auftrag gegeben wurde von Food Poverty Research.
00:16:10: Jetzt muss man dazu ehrlich sagen das ist ein Frühstücksflockenhersteller der das in Auftrage gegeben hat.
00:16:14: Das heißt die verfolgen natürlich nochmal eigene Ziele.
00:16:16: Nichtsdestotrotz ändert das ja erst mal nichts an den Zahlen.
00:16:20: Unabhängige Zahlen dazu, laut KI-GGS-Studie des Robert-Koch-Instituts Frühstücken drei bis vier von zehn Kindern und Jugendlichen an Schultagen nicht zu Hause.
00:16:32: So jetzt kann man natürlich sagen ja mein Kindfrühstück hat auch ungern und so weiter.
00:16:36: es gibt aber auch ganz viele Daten dazu die nahe legen.
00:16:39: das ist einfach dann auch an der mangelnden Struktur oder an den häuslichen Versorgungsrahmen liegt denn von diesen Kindern hat dann jedes zweite auch kein Frühstück dabei Oder zumindest ein Frühstück, was wir als nicht ausgewogen betiteln.
00:16:53: Es gibt ja Menschen die knallen ihren Kindern so'n abgepacktes Schokocross-Song da rein und denken das ist ein Frühsstück.
00:16:58: ich hab mich um mein Kind gekümmert.
00:17:00: Weitere Zahlen.
00:17:02: Zwei tausendfünfundzwanzig haben die Jugendämter bei rund neunundsiebzigtausend achthundert Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt.
00:17:12: Das sind zehn Prozent mehr als zwei tausendsvierund zwanzig.
00:17:16: Das ist der vierte Höchststand in Folge.
00:17:19: In achtundfünfzig Prozent der Fälle ging es um Vernachlässigung, die Hälfte der Kinder war höchstens acht Jahre alt.
00:17:27: Neun und siebzig tausend achthundert.
00:17:30: Lass dir das mal auf der Zunge zergehen!
00:17:32: Wie soll's den Kindern denn in deiner Schule gut gehen?
00:17:36: Dass die über Tische und Bänke gehen, dass die wütend werden, dass diese traurig sind – das ist doch so unfassbar nachvollziehbar
00:17:43: oder?!
00:17:44: Ich glaube, wer das nicht nachvollziehen kann, der muss den Job wechseln.
00:17:48: Die Quelle für die Zahl ist übrigens das Statistische Bundesamt.
00:17:53: Machen wir weiter!
00:17:54: Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland ist Armuts gefährdet – fast zwei Komma.
00:17:59: neun Millionen Kinder und Jugendliche.
00:18:02: im Januar von Amut gefährdet.
00:18:15: Wir können ja alle davon ausgehen, dass diese Zahl nicht besser geworden ist.
00:18:20: Jetzt müssen wir das einordnen.
00:18:22: unter diesen zwei Kommand neun Millionen Kindern und Jugendlichen in Armuts Verhältnissen gibt es natürlich einen großen Anteil an Eltern die im Rahmen ihrer Möglichkeiten extrem bemüht sind.
00:18:34: aber wenn es an Geld fehlt dann kriegen die Kinder das mit.
00:18:38: Ich finde diese Zahlen wirklich krass und erschreckend.
00:18:40: Und gleichzeitig machen sie für mich, also erstmal nur für mich total deutlich warum es in Schule oder in Kita oder Woche manchmal schwierig wird.
00:18:49: So zwei Zahlen habe ich noch für dich?
00:18:51: Dann werden wir konstruktiv.
00:18:52: was können wir für die Kinder tun, die wir als so herausfordernd erleben von denen wir wissen oder zumindest vermuten zu Hause könnte es irgendwie schwierig werden.
00:19:00: okay aber hier nochmal zwei Zahlen Rund drei Komma acht Millionen Kinder und Jugendliche erleben im Laufe eines Jahres.
00:19:09: Eines Jahres einen Elternteil mit einer psychischen Erkrankung oder Sucht.
00:19:15: Boah, nochmal!
00:19:18: Drei Komma Acht Millionen Kinder Und Jugendliche erleben Im Laufe Eines Jahres einen Elternteil Mit einer Psychischen Erkrankung Oder Sucht.
00:19:26: So kurz zur Einordnung.
00:19:28: das ist eine Schätzung.
00:19:29: Die Schätzung Nationales Zentrum für Früherhilfen, das ist also keine Zählung.
00:19:34: Aber eine Schätzung und die machen einen verdammten guten Job!
00:19:37: Ich glaube, sie sind mit dieser Zahl sehr nah an der Realität.
00:19:43: Und ... ... und wenn ich das alles mal zusammenfasse vor dem kurzen konstruktiven Teil... In deiner Klasse geht's gut.
00:20:00: Die meisten haben ein schönes Leben, aber einige halt auch nicht und wir wissen aus ganz vielen Untersuchungen, aus ganz viele Studien dass eben gerade die Kinder denen es nicht gutgeht häufig auch in Schule in irgendeiner Form auffällig werden durch nichts tun, Vermeidung oder eben durch genau das Gegenteil, durch Impulsivität, durch Wut Verzweiflung und trauer.
00:20:26: Und das lassen sie halt die Erwachsenen dann in dem Kontext spülen, und wenn es dann Pädagoginnen und Pädagogen gibt, die das nicht richtig einordnen können oder noch nicht dahinter geschaut haben, dann könnte daraus schnell eine hoffnungslose Spirale werden.
00:20:40: Deswegen hier mein allererster Wunsch.
00:20:42: Schau bitte hin!
00:20:45: So jetzt habe ich noch ein paar Tipps und Tricks für dich Drei klitzekleine Rituale und die kannst du morgens in deine Schule implementieren, in deine Kita oder wo immer du arbeitest.
00:20:54: Einfach nur um der Erwachsene zu sein, der ein anderes Bild zeichnet als das was diese Kinder gewöhnt sind.
00:21:01: Also hier Nummer eins kleiner Groß an der Tür.
00:21:04: Die erste Minute stehst Du an der tür und begrüßt jedes Kind mit Namen.
00:21:10: Jetzt krieg ich schon wieder Schweißperne auf der Stirn, weil ich weiß dass einigen Leuten da draußen die Alarmglocken wieder schnellen.
00:21:16: Wie soll ich denn?
00:21:16: Die Namen alle kennen?
00:21:17: wie soll ich den vor jeder vor jeder Stunde eine Minute dastehen?
00:21:21: das geht doch alles von meiner Zeit ab.
00:21:22: Leute Beziehungsarbeit kostet keine zeit.
00:21:25: ja natürlich ist es eine Minute Natürlich sind zwei Minuten aber ich wette mit dir Ich wette um Alles was mir hoch und heilig ist.
00:21:32: wenn du die Kinder morgens mit Namen begrüßt isst die Dynamik eine andere.
00:21:38: Und wenn du es dann noch mit einem kleinen Augenkontakt und dem Satz schön, dass du da bist oder auf dich habe ich mich gefreut.
00:21:43: Oder erzähl mal wie war dein Fußballspiel kombiniert?
00:21:45: Mega!
00:21:46: Hier kommt was für die kleineren Kinder.
00:21:48: Du kannst noch ein Stimmungsbarometer an die Tür hängen.
00:21:50: Also also begrüßt die Kinder mit Namen und die zeigen einmal ganz kurz von Wolke auf Sonne.
00:21:56: Wie geht's mir heute gerade?
00:21:58: einfach nur damit du etwas einordnen kannst.
00:22:00: das geht nicht darum Dass die Kinder dir alles erzählen Es geht nur darum dass sie merken hier ist jemand der mich wahrnimmt.
00:22:06: Drittens Und drittens ist ein Punkt, von dem ich weiß dass es schon ganz viele draußen machen aber vielleicht jetzt nochmal mit einer anderen Intention.
00:22:17: Staate ritualisiert.
00:22:18: In Grundschule ist das die Visualisierung an der Tafel, dass es eine kleine Begrüßung, das ist ein kleines... ...kleine Body-Percussion.
00:22:25: Das ist ein Lied, das is'n Reim.
00:22:28: Es ist immer die gleiche Struktur!
00:22:30: In Grundschule machen wir das so selbstverständlich weil wir denken, das gehört dazu.
00:22:35: Die Kinder haben im Kindergarten so einen Morgenkreis gelernt.
00:22:38: Dann bringen wir dieses Ritual auch mit in die Schule, in die Grundschulle Aber spätestens in der weiterführenden Schule kannst du ja deinen Arsch darauf verwetten dass es wenig Menschen gibt, die ritualisiert noch an dem Festhalten von denen wir nachweislich wissen das ist für Kinder und Jugendliche total wichtig ist.
00:22:53: Nämlich eine Struktur!
00:22:55: Jetzt muss das in weiterführender Schule natürlich nicht so groß sein wie in Grundschule mit Morgenkreis und jeder erzählt mal.
00:23:01: aber selbst als Fachlehrerin, selbst als fachlehrer der eine Klasse einmal pro Woche sieht kannst du dir eine Minute dreißig für das gleiche Ritual nehmen.
00:23:13: Und wenn du deine Begrüßung nur gleich gestaltest und wenn in dieser Begrüssung einfach nur das Wort vorkommt, ich freue mich dass ich hier bei euch bin oder auf euch habe ich mich gefreut oder egal wie es dir gerade geht wir schaffen das heute.
00:23:26: Es ist scheißegal.
00:23:29: also manchmal Wenn Ich an weiterführenden Schulen Bin Bekomme ich sowas von, das ist aber bei uns alles nicht mehr wichtig.
00:23:37: Und wie soll ich das denn noch machen?
00:23:38: Das macht mich doch irgendwie... Ich will hier nicht quatschen!
00:23:41: Die Kinder sollen hier was lernen und die sollen da sitzen und ich bin froh wenn es alle leise ist.
00:23:45: Ja, verstehe ich kann ihn nachvollziehen.
00:23:47: Gleichzeitig wirst du erst staunt sein, wie viel leiser es ist.
00:23:51: Wie viel ruhiger es ist, wieviel mehr Lern erfolgt ihr Kinder haben, wenn du diese Rituale lebst.
00:23:57: Und nein, das geht nicht nur als Lehrkraft die die Klassenleitung hat.
00:24:01: Das geht auch wenn du einmal in der Woche da bist!
00:24:04: Das geht?
00:24:05: Ich verspreche es dir ich hab's ja ausprobiert.
00:24:08: So kommen wir zum Fazit nach einmal durchatmen.
00:24:10: Ich glaube das Fazit ist...ich möchte darauf aufmerksam machen dass die meisten Konflikte mit Kindern und Jugendlichen oder zumindest die Verhaltensweisen die wir als herausfordernd erleben gar nicht ins Schule entstehen sondern davor Und es lohnt sich, wenn wir als Pädagoginnen und Pädagogen einen kleinen Blick darauf verschwenden.
00:24:27: Damit es eben den bei uns in der Schule – zumindest das mit denen in Schule langsam – entgegen gebracht wird was ihn vielleicht möglicherweise an anderen Stellen zu Hause fehlt nämlich Liebe und Sicherheit!
00:24:42: So in dem Sinne wünsche ich euch einen verdammt guten Tag eine richtig gute Woche.
00:24:46: lasst euch nicht ärgern und schon gar nicht von mir.
00:24:54: Noch mehr Impulse und alle Informationen zu Seminaren & Workshops findest du auf instagram.com.