Ich Eskalier Gleich

Ich Eskalier Gleich

Transkript

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00:00:10: Ich eskalier gleich von und mit Raphael Kirsch.

00:00:16: Da ist er wieder, euer freundlicher Krisen- und Konfliktpädagoge!

00:00:19: Herzlich willkommen zur neuen Folge des Ich Eskalier Gleich Podcasts.

00:00:24: ich freue mich dass du wieder dabei bist und ich muss an dieser Stelle direkt als allererstes einmal los werden.

00:00:30: ja Ja, habe ich auch gemerkt.

00:00:34: Habe ich sogar sehr schnell gemerkt!

00:00:36: Irgendetwas stimmte mit dem Ton der letzten Folge nicht.

00:00:40: Wenn du die Folge trotzdem bis zum Ende gehört hast dann ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

00:00:45: Es tut mir furchtbar leid.

00:00:46: Ich hab keine Ahnung was da passiert ist.

00:00:48: Ich habe die Folge genauso aufgenommen wie jeder andere auch.

00:00:51: es sind ja mittlerweile irgendwie hundert fünfhundert sechshundert sieben Folgen.

00:00:55: Aber irgendwo hat sich der Fehler-Teufel eingeschlichen und du glaubst gar nicht, was ich für einen schlechten Tag letzte Woche Sonntag hatte als die Nachrichten reinflatterten.

00:01:04: Hey Raphael, coole Folge!

00:01:05: Mega tolle Methode!

00:01:06: Richtig gut, hat mega geholfen, aber...was war denn da los?

00:01:11: Und dann sitzt er ja da und versuchts das irgendwie wieder gerade zu bügeln.

00:01:15: Anyway, ich hab's nicht geschafft.

00:01:17: Ich guck mir jetzt den Ton dieser Folge an bevor ich sie nochmal hoch lade ...und dann hoffe ich dass alles wieder glatt geht.

00:01:24: So, und jetzt atmen wir tief durch.

00:01:27: Und jetzt kommen wir mal zum Thema der heutigen Folge.

00:01:30: Ich habe ja gerade gesagt ich hatte letzte Woche einen richtig beschissenen Sonntag und zwar nur aufgrund der Tatsache dass mir Menschen geschrieben haben Herr Raffael irgendwas stimmt damit dem Ton nicht ist ein liebevoller Hinweis.

00:01:41: also es gab hier niemand da draußen der gemeckert hat aber in meiner Welt in meinem Kopf war das eines der Horrorszenarien des irgendwie passieren kann.

00:01:52: Diese kleinen Nachrichten, die alle liebe Folge meint waren hatten zur Folge das ich einen der schlimmsten Sonntage in den letzten Jahren hatte.

00:02:01: Nur weil irgendetwas mit dem Ton nicht stimmte und ich dachte vielleicht kann ich dir daraus mal eine neue Folge basteln denn auch wir lassen uns ja manchmal unseren Sonntag verhageln und zwar zum Beispiel von Elternemails.

00:02:15: Und genau darum soll es heute dieser Folge gehen.

00:02:18: wie gehen wir souverän mit Elternemail um in unserer Freizeit.

00:02:23: Und wie immer gilt das Gleiche, was auch bei jeder anderen Folge gilt.

00:02:28: Das, was ich dir hier teile sind meine Lösungsstrategien.

00:02:31: Die müssen noch lange nicht für dich funktionieren!

00:02:33: Du musst sie nicht gut finden.

00:02:35: Das was ich hier aber raushaue hat in der Praxis schon viele Jahre gut funktioniert – nicht nur für mich sondern auch für andere Menschen.

00:02:43: also wenn du Bock hast probier es gerne aus, adaptiere es sehr gerne und ich möchte dich an dieser Stelle schon einmal daran erinnern Ich liebe dein Feedback.

00:02:53: Schreib doch bitte unter diese Podcast-Folge in kleines Feedback, gerade bei Spotify gibt es ja jetzt die neue Funktionen.

00:02:59: ihr könnt die Folgen kommentieren.

00:03:01: Freu ich mich drüber und wenn du Lust hast und den Mehrwert der ich Eskaliergleichfolgen immer wieder gut findest dann teil doch gerne mal eine Folge auf Social Media!

00:03:10: So und jetzt starten wir mal in das Thema der heutigen Folge.

00:03:13: wie gehen wir eigentlich souverän mit Elternemails um?

00:03:17: Und ich zeichne dir zuerst mal ein kleines Szenario, damit wir beide irgendwie auf dem selben Wissenstand sind und uns selber in den gleichen emotionalen Groove versetzen.

00:03:25: Also stell dir mal vor!

00:03:26: Du sitzt Sonntagsabend.

00:03:28: Es ist so um neunzehn Uhr dreißig es ist vielleicht zwanzig Uhr es ist für leicht einundzwanzig uhr.

00:03:34: wenn du Kinder hast dann hast das gerade geschafft deine Kinder ins Bett zu legen.

00:03:38: die haben vielleicht die Augen zu gemacht sie schlafen.

00:03:41: du atmest das erste Mal an diesem Tag richtig durch Und dann machst du den Fehler, auf dein Handy zu gucken.

00:03:49: Auf deinem Handy ploppt eine E-Mail auf und in dieser E-mail steht in Großbuchstaben schlechte Note meines Sohnes.

00:03:59: bitte um Klärung zeitnah!

00:04:02: Jetzt gibt es zwei Arten von Menschen Die einen die sagen, ja ich hab jetzt Freizeit und dann drehen sie sich um legen das Handy bei Seite machen den Fernseil und gießen sich ein Rotwein ein.

00:04:11: Und nach ihnen sind diese in Flut.

00:04:13: Das ist ein Menschen die immer bewundere.

00:04:14: Ich gehöre eher zur zweiten Kategorie.

00:04:17: Ich verspüre dann den unfassbar großen Druck da jetzt reagieren zu wollen.

00:04:21: Wir gucken mal wie wir mit letzterer Gruppe gut umgehen.

00:04:25: Du musst mal ganz kurz entscheiden Gehör ich zur Gruppe eins?

00:04:28: Kann ich das einfach wieder umdrehen und den lieben, gottenguten Mann sein lassen?

00:04:35: Oder habe ich jetzt die riesengroße Baustelle mit diesem Druck irgendwie umgehen zu müssen.

00:04:41: Und wenn du zur Gruppe zwei gehörst dann klären wir als allererstes mal zwei weitere Dinge.

00:04:47: Jetzt schauen wir uns zuallererst mal zwei Kleinigkeiten an.

00:04:49: Kleinigkeit Nummer eins, so aufgeladene E-Mails bei denen die Wortwahl irgendwie schwierig ist, bei denen vielleicht der Betreff schon in Großbuchstaben steht... Die fluten uns aber brachial schnell und das liegt daran dass wir ganz häufig den Ton Also den Tonfall in der E-Mail nicht vom Inhalt trennen können.

00:05:10: Das heißt, alles das was in dieser E-mail steht landet selten im präfrontalen Cortex also in unserem Denkergehieren sondern wird eher emotional eingeordnet.

00:05:20: und wenn es dir so geht wie mir dann ist mein emotionales limbisches System nicht immer mein allerbester Berater.

00:05:29: Das heißt, der Tonfall in dieser E-Mail trifft uns körperlich.

00:05:34: Vielleicht achtest du mal drauf, wenn das nächste Mal so eine E-mail ankommt was mit dir passiert?

00:05:38: In der Regel wird der Puls steigen.

00:05:41: In der regel fangen wir ein bisschen an zu schwitzen und werden wir ein wenig unruhig.

00:05:45: An dieser Stelle lohnt es sich einmal diese E-Meil noch einmal ruhig zu lesen.

00:05:51: Und dann einmal ganz bewusst darauf zu achten Was ist Tonfall und was eigentlich die Kernbotschaft?

00:05:59: Denn ganz häufig ist in einer richtig, richtig langen E-Mail einfach nur eine Sorge um irgendwie eine Ausgrenzung, eine Benachteiligung oder weiß der Geier was versteckt.

00:06:11: Also liest diese E-mail bitte noch einmal nachdem du heftig durchgeatmet hast und guck mal ob du Tonfall vom eigentlichen Inhalt trennen kannst damit das eben nicht körperlich noch weitere Reaktionen nach sich zieht.

00:06:26: Die zweite Kleinigkeit, auf die ich einmal hier eingehen möchte ist der sogenannte Reaktionsdruck und den kennst du ganz sicher.

00:06:32: Das ist das Gefühl jetzt schnell Antworten zu müssen damit du auch irgendwie in diesem Momentum bleibst indem du dich gerade befindest weil du ja körperlich auf diese E-Mail reagierst.

00:06:42: Das ist dieses Gefühl von ich muss jetzt so fort, dass erstens aus diesem Druck heraus und zweitens natürlich auch Ausverantwortungsgefühl für die Situation.

00:06:51: Für die Eltern, für die Kinder.

00:06:52: da sind wir Pädagoginnen und Pädagogen halt eben auch anfällig Und deswegen hier an dieser Stelle Die wenigsten Eltern sitzen damit der Stoppuhr Die Wenigsten Eltern Sitzen vor ihrem Handy Vor Ihrem Laptop und erwarten Jetzt in dem Moment eine Antwort.

00:07:09: Dieser Reaktionsdruck Der ist mehr in uns als in der Situation.

00:07:15: Also nochmal zusammengefasst, der Ablauf ist du liest diese Mail dein Puls geht hoch, der Reaktionsdruck wird groß.

00:07:23: das ist das Gefühl von ich muss jetzt antworten und dann Antworten wir zu schnell zu emotional entweder zu defensiv und erklärend oder zu Spitz und selbst aufbrausend.

00:07:35: Das ist das übliche Reaktionsmuster, und deine Aufgabe ist jetzt bitte einmal, dass in der nächsten Woche – oder wann noch immer die nächste Mail ankommt – einmal bei dir selbst gegenzuchecken!

00:07:46: So, jetzt machen wir mal ein ganz konkretes Beispiel.

00:07:47: Stell dir mal vor oben im Betreff steht schlechte Note.

00:07:50: meine Sohn ist bitte Klärungsbedarf jetzt sofort und dann steht es in der E-Mail.

00:07:54: das kann doch nicht sein dass mein sohn und an den Großbuchstaben schon wieder eine schlechte note bekommt ohne dass sich vorher informiert werde.

00:08:02: ich erwarte sofort eine klärung.

00:08:04: Damit wir jetzt gleich mal zu den passenden Strategien kommen können, wie wir damit umgehen müssen wir jetzt einmal die Kernbotschaft dieses Satzes entschlüsseln und genau darum geht es.

00:08:14: Also wir müssen jetzt einmal den Deep Dive in diesen Satz machen.

00:08:17: was ist eigentlich damit gemeint?

00:08:19: Und in den seltensten Fällen ist das ein Angriff gegen dich auch wenn er so formuliert ist.

00:08:25: Es geht in der Regel hier in dem Beispiel um das Gefühl übergangen worden zu sein oder nicht alle Informationen bekommen zu haben, die wichtig wären.

00:08:35: Oder vielleicht ist es auch das Gefühl dass das Kind unfair behandelt wird.

00:08:40: und wenn du das geschafft hast dann können wir uns jetzt mal drei Werkzeuge, drei Ideen anschauen wie du jetzt weiter verfährst und du guckst mal was am besten zu dir passt womit du vielleicht sogar schonmal gute Erfahrung gemacht hast.

00:08:52: und dieser Podcast diese Podcast Folge ist für dich eigentlich nur ein kleiner Reminder.

00:08:56: Anyway, du guckst bitte mal hin.

00:08:58: Hier drei kleine Ideen was man jetzt tun kann.

00:09:02: erste kleine Idee Wahrnehmung ist nicht gleich Reaktion schreibst ihr mit.

00:09:08: wahrnehmungen Ist nicht gleich reaktion.

00:09:11: das bedeutet Du darfst diese mail nochmal lesen ohne zu antworten.

00:09:16: Du darfst diese Mail noch einmal lesen ohne zu antworten, weil da niemand auf der anderen Seite mit der Stoppuhr steht.

00:09:24: Das darfst du dir liebevoll in deinen Kopf hemmern!

00:09:28: Das wird nicht passieren dass jemand in der halben Stunde nochmal nachfragt warum haben sie nicht geantwortet?

00:09:34: und was mir hilft ist zum Beispiel ich antworte immer binnen vierundzwanzig Stunden außer in Notfällen.

00:09:40: dann mache ich zwölft raus.

00:09:42: Also setzt ihr da vielleicht so ein eigenes kleines Zeitfenster, in dem du antworten möchtest.

00:09:47: Das macht am Ende des Tages auch deine Antwort viel viel besser weil sie nicht emotional getrieben ist sondern viel viel rationaler.

00:09:55: Zweite Idee, wie man richtig gut damit umgehen kann.

00:09:58: Wenn du ein Mensch bist der von sich selbst weiß ich habe einen unfassbar großen Reaktionsdruck.

00:10:03: Ich will immer so schnell es geht alles wegarbeiten oder ich will zumindest irgendetwas tun dann könnte die Eingangsbestätigung vielleicht ein richtig tolles Tool für dich sein.

00:10:13: mache ich selbst.

00:10:15: Im Grunde geht es darum, dass du einfach eine automatisierte E-Mail Antwort parat hältst für solche Fälle.

00:10:21: Die kannst Du Dir in Deine Notizen erpacken!

00:10:23: Du kannst Dir im Postordner Deines E-MAIL-Programms speichern – zum Beispiel könnte so ein Wort dort sein?

00:10:29: Vielen Dank für Ihre Nachricht.

00:10:31: ich habe sie erhalten!

00:10:32: Punkt Das Thema ist mir wichtig deswegen melde Ich mich bis Tag XY in Ruhe dazu.

00:10:39: Ich habe wirklich ganz, ganz tolle Erfahrungen mit der Eingangsbestätigung gemacht weil du ja deinem Reaktionsdruck nachgekommen bist lässt dir aber trotzdem genügend Zeit um zu antworten.

00:10:49: kommst also von Emotionalität in Rationalität und in den meisten Fällen sind die Eltern total besänftig.

00:10:56: wenn man schon mal erfahren hat ja die Mail ist angekommen sie wurde kurz gelesen.

00:11:00: da macht sich jemand Gedanken und ergibt eine fundierte Antwort kann ja total hilfreich sein oder?

00:11:06: Idee Nummer drei.

00:11:07: Du trennst bitte ganz, ganz intensiv wie ich es eingangs schon mal gesagt habe den Ton vom Inhalt und in unserem vorangegangenen Beispiel wo die Mama sich über die Note beschwert beziehungsweise darüber dass sie nicht eingebunden wurde oder nicht drüberzeitig informiert wurde könnte ja Die Antwort lauten wenn du den ton vom inhalt trennt.

00:11:28: Liebe Mama X Y, lieber Papa X Y. Ich verstehe dass die Note sie überrascht.

00:11:33: das hätte ich an ihrer Stelle auch gerne früher gewusst.

00:11:36: Lassen Sie uns kurz telefonieren denn erkläre ich Ihnen den Zusammenhang und wir schauen wie wir sie zukünftig früher einbinden können.

00:11:44: Punkt So Falls du das eine schräge Wortwahl findest und dich gerade schüttelt und denkst naah ne so will ich aber nicht reden.

00:11:52: Hey immer tief durchatmen Das heißt noch lange nicht Dass Du die Mama Früher Einbinden wirst.

00:11:58: Das heißt, wir werden gemeinsam schauen ob das irgendwie geht und ob das Sinn macht.

00:12:03: So eine Antwort darf ja ein bisschen zu deeskalativ formuliert sein?

00:12:09: Du darfst ja Verständnis zeigen ohne Einverstanden zu sein.

00:12:13: du kannst dir sagen ich schau mir Prozesse an das heißt noch lange nicht dass du sie veränderst.

00:12:18: mit der antwort sind die menschen in der regel aber eigentlich meistens zufrieden.

00:12:22: Wenn ich dir jetzt zum Abschluss dieser Folge eine Klitzekleiner Hausaufgabe geben darf, obwohl wir alle wissen das Hausaufgeben nichts bringen.

00:12:29: Außer du hast Bock drauf und möchtest etwas lernen?

00:12:32: Dann macht es ja den Unterschied!

00:12:34: Dann guckt doch mal ob es dir gelingt die nächste E-Mail, die scharf oder kritisch formuliert ist, langsam, ob es die gelingt, die einfach mal zehn Stunden liegen zu lassen.

00:12:50: Zehn Stunden hört sich unfassbar viel an, das ist aber nicht viel.

00:12:54: Gerade wenn du die E-Mail abends bekommst dann sind ja die zehn Stunden bis zum nächsten Morgen vergangen.

00:12:58: also einmal tief durchatmen.

00:13:01: und wo wir gerade beim Thema durchatmend sind Wir starten jetzt ja bald mit dem Ausbildungsdurchgang Krisen und Konfliktpädagogik jetzt im Juni Und wir haben uns zusammengesetzt und es wird einen neuen ausbildungs Durchgang geben und zwar im Oktober.

00:13:17: Am neunzehnten Oktober um genau zu sein starten wir und es lohnt sich jetzt mehr denn je in die Ausbildung zu kommen, denn wir haben sie um ganz viele Inhalte erweitert.

00:13:27: Es wird für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein riesengroßes Netzwerkevent einmal pro Jahr geben mit tollen Referentinnen und Referenten alle schon zugesagt haben, die ich hier noch nicht erzählen darf.

00:13:39: Aber das wird halt noch passieren hier im Podcast.

00:13:42: also es lohnt sich jetzt in die Ausbildung zu kommen um alles mal zu lernen was du im Studium oder in der Ausbildung nicht gelernt hast.

00:13:49: Ich freue mich über dein Feedback!

00:13:51: Ich freu mich wenn du diese Folge teilst und wenn du diesen Podcast bewertest.

00:13:55: Und am Ende bleibt mir wie immer nur zu sagen Lass dich nicht ärgern und schon gar nicht von Eltern, von deren Mails und von mir Tschüss.

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